Schule – ganz einfach übersetzt!

Freiwillige Sprachmittler unterstützen Migrantenfamilien an Schulen im Landkreis Schweinfurt.
Projektziel

Wir möchten Migrantenfamilien dabei unterstützen sich im deutschen Schulsystem schnell einzufinden. Freiwillige SprachmittlerInnen wollen Familien ohne bzw. mit geringen Deutschkenntnissen beim Verstehen behilflich sein, indem Sie bei verschiedenen schulischen Abläufen als ehrenamtlicher Übersetzer fungieren.

Projektverlauf

Im Projekt „Schule – ganz einfach übersetzt!“ leisteten freiwillige Sprachmittler an Schulen im Landkreis Schweinfurt vielfältig Unterstützung Kommunikationsbarrieren zu überwinden. Anfangs wurden die Bedarfe an Schulen im Landkreis Schweinfurt ermittelt und freiwillige Sprachmittler (Menschen mit Migrationshintergrund) akquiriert. Ein Projektworkshop der Freiwilligenagentur (FA) GemeinSinn bot u.a. die Möglichkeit zum Kennenlernen und das Angebot zu Schulungsmöglichkeiten. An einem Stand auf dem unterfränkischen Fachtag für Lehrer wurden weitere Bedarfe ermittelt und Fragen zum Projekt geklärt. Zahlreiche Elterngespräche an Schulen im Landkreis Schweinfurt sowie häufig verwendete Schul-Formulare wurden von Freiwilligen in mehrere Sprachen (Arabisch, Persisch, Russisch, Slowakisch und Vietnamesisch)  übersetzt und dem Schulamt zur Weitergabe übermittelt. Ehrenamtliche Sprachmittler waren etwa bei, Elternsprechstunden Lernentwicklungsgesprächen oder zur Erklärung von organisatorischen Abläufen im deutschen Schulsystem aktiv. Im Rahmen des Projektes wurden über 180 Stunden freiwillige Übersetzungsleistung eingebracht. Zudem wurden auf Wunsch Verständigungshilfen angeschafft, die den Schulen bei Elterngesprächen als Verständigungshilfe dienen sollen. Als Zeichen der Anerkennung und als Motivation, weiter am Thema dran zu bleiben, erhielten die Engagierten bei einem Ausflug ins Museum für Kommunikation in Nürnberg eine interkulturelle Führung mit der Fragestellung „Was ist Kommunikation?“. Im Rahmen des Projektes, konnte die Vernetzung, z.B. mit der Bildungskoordination für Neuzugewanderte und dem Schulamt weiter ausgebaut werden.

Die Freiwilligenagentur fungierte als zentrale Planungs-, Koordinierungs-, Vernetzungs- und Vermittlungsstelle. Bei ihr sind alle Anfragen, Bedarfe und Termine ein-, ausgegangen und dokumentiert.

Projekterfolge

Migranten(-familien) konnten sich mittels der freiwilligen Sprachmittler bzw. den Verständigungshilfen verständigen und bekamen so einen (leichteren) Zugang zum deutschen Schulsystem. Konkret konnten so Termine wahrgenommen, Schülerentwicklung gefördert und mehr Verständnis und Vertrauen erlangt werden.

Die freiwilligen Sprachmittler konnten ihre Zweit- und Muttersprache gekonnt einsetzen bzw. ihren Wortschatz um einige Fachbegriffe erweitern. Sie fungierten als Mittler und konnten so einen ganz wesentlichen Beitrag zur Integration, ebenfalls Geflüchteter, leisten. Diese Hilfe, das Ansehen und die Bescheinigung dieses Engagements bilden förderliche Bausteine für das Leben hier in Deutschland.

Laut der Schulamtsleiterin Gabriele Freibergbersetzen die freiwilligen Sprachmittler nicht nur die Sprache, sondern sie vermitteln als Landsleute dabei oft auch zwischen den Kulturen und helfen so, Hürden zu überwinden.

Eine Übersetzerin beschreibt ihr Engagement so: „Es ist ein andere Herausforderung schriftlich zu übersetzen als mündlich. Für die korrekte Grammatik habe ich meinen Sohn dazu gezogen, der zweisprachig aufgewachsen ist“.

An den Schulen (bei Rektoren, Lehrern, Schulsozialarbeitern) erreichte man durch den Einsatz von freiwilligen Sprachmittlern eine Entlastung, bei den Gesprächen konnten leichter Barrieren abgebaut werden und eine Anerkennung gegenüber den Freiwilligen war spürbar.

„Als engagierter Schulleiter weiß ich, wir brauchen für eine gute Schule, die auf die individuellen Bedürfnisse der Schüler eingeht, externe Unterstützung und Expertise. Das wir dies durchaus auch bekommen-  unter anderem von Ihnen (der Freiwilligenagentur GemeinSinn) –  ist aus meiner Sicht sehr anerkennenswert.“ (Walter Schäffer, Schulleiter Volksschule „Am Sonnenteller“ in Dittelbrunn)

 

Gefördert durch: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Mit dem bundesweiten Programm „500 LandInitiativen“ unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gezielt das Ehrenamt in ländlichen Regionen. Das Programm richtet sich an Initiativen, die sich auf dem Land für die nachhaltige Integration geflüchteter Menschen einsetzen. „500 LandInitiativen“ macht es möglich, wichtige Anschaffungen oder notwendige Ausgaben in überschaubarem Umfang zu tätigen, damit eine ehrenamtliche Initiative erfolgreich arbeiten kann.

Plakat „Schule – ganz einfach übersetzt!“